Rauschende Volleyballfeste und denk(mal)würdige Ergebnisse

 

130815 IMG-4182-001Um gleich Spekulationen vorwegzugreifen: Nein, keine Sorge, liebe Leserschaft: am See wird nichts Illegales angebaut oder schon gar nicht geraucht. Und doch bekam man von dieser Saison unserer Ersten einen richtigen Volleyball-Vollrausch, der eben diese Überschrift rechtfertigt.

Waren Spielerinnen und Trainergespann von der vorherigen Saison doch arg gebeutelt, so versammelte sich das Team um Julian Schallow und Linus Tepe bereits im Mai wieder, um kurz die Wunden zu lecken, vor allem aber, um wieder Fahrt aufzunehmen für die neue Saison, deren Ausgang ja bekannt ist. Dass da etwas ganz Großes auf die Langscheider und Sunderaner Volleyballszene wartete, mussten die fleißigen Beobachter der Mädels vom und aus dem See schon in der Vorbereitung erkannt haben, drehte der vollbesetzte Kader samt Trainer(n) doch zahlreiche Runde an Promenade und Serpentinen und wurde zu laufenden Bergsteigern. Da war ein roter Kopf garantiert. Die Gesichtsfarbe sollte zwar dank ausgefeilter Trainingseinheiten auch in den nächsten Wochen und Monaten nicht ganz weichen. Den Lohn für die harte Arbeit trieb das Team sich aber Woche für Woche selbst ein. Denn keinem Team in der Liga und bis zum Pokalfinale auch keinem höherklassigen Team gelang es auch nur annähernd, den RCS-Express mit Ziel „direkter Wiederaufstieg“ ins Stocken zu bringen. Betrachtet man die nackten Zahlen, so erschließt sich Fachleuten und Laien gleichermaßen, dass die RCS-Mädels Volleyballgeschichte geschrieben haben. 18 Liga-Spiele, 18 Siege, 54 gewonnene Sätze, lediglich 5 abgegebene, genau 399 Ballpunkte mehr gemacht als alle Gegner zusammen. Ein Maßstab, den auf dem Niveau im gesamten Westdeutschen Volleyballverband kein Team auch nur annähernd herankam. Doch hinter diesen Zahlen steckt viel mehr: Emotion, Leidenschaft, Begeisterungsfähigkeit, Teamgeist und ganz viel volleyballerisches Können. Und so blieb in der Oberliga 2 der Frauen nur die an „Terrier“ Berti Voigts angelehnte Weisheit: „Nur der Tabellenerste war jederzeit in der Lage, den Spitzenreiter zu schlagen. Und das waren eben wir vom Sorpesee!“

Mit all diesen Eigenschaften, die sich auch auf die zahlreichen Fans bei Heim- und Auswärtsspielen übertrug, gelang übrigens noch eine Seltenheit: Unsere Mädels der 1. standen innerhalb einer Saison gleich zwei Mal im WVV-Pokalfinale und verpassten die Qualifikation zu den Spielrunden des DVV-Pokal jeweils nur knapp: Saison 2012/2013? Wahrhaft denk(mal)würdig und bestens geeignet für eine weitere Runde Volleyball.

„Never change a winning team!“, so das geflügelte Sprichwort vieler Trainer bei der Teamentwicklung im Erfolgsfall. Eine Devise die beim RC Sorpesee nur ganz selten sticht, verändern sich die Teams von Jahr zu Jahr doch immer erheblich. Für die erste Damenmannschaft des RC Sorpesee ist jedoch tatsächlich ein großes Maß an Kontinuität in Sicht, nicht das Schlechteste für eine langfristige Leistungsentwicklung. Doch der Reihe nach: ein Überblick der Zu- und Abgänge und der Besetzung der Positionen für die Regionalligasaison 13/14.

In der Schaltzentrale des RCS bleibt auch in der Regionalliga alles beim Alten. Johanna Frikkel möchte die Leistungsexplosion der Vorsaison noch toppen und hat sich ganz nebenbei auch die Herausforderung Studium vorgenommen. Beides ist ihr zuzutrauen, so viel scheint schon im Voraus sicher. Ihr zur Seite stehen in diesem Jahr zwei Youngster, die sich in der vergangenen Saison durch gute Leistungen empfohlen haben. Lara Drölle und Michelle Henkies werden die Trainingsgruppe bereichern und versuchen viel von den erfahrenen Spielerinnen zu lernen. Vivian Hessenkemper wird nach der von Verletzungen geprägten letzten Saison den Aufbau in der Trainingsgruppe 2 forcieren. Diagonal von der Zuspielerin wird auch in der kommenden Saison eine der positiven Überraschungen des Vorjahres ihren Platz einnehmen. Etwas verändert hat sich die Lage für die frischgebackene Jugendnationalspielerin Kimberly Drewniok dennoch: sie ist nunmehr nicht mehr das Nesthäkchen der Trainingsgruppe und gefordert mehr und mehr Verantwortung zu übernehmen. Helfen kann ihr dabei vielleicht die Erfahrung eines gewonnen 8 Nationen Turniers, das sie unlängst mit dem Adler auf der Brust erfolgreich bestritt. Im Mittelblock gesellt sich zu dieser Saison neben den arrivierten Akteurinnen Franziska Meier und Kapitänin Kirsten Platte sowie Senkrechtstarterin Tabea Thielmann mit Johanna Voß eine weitere junge, hochtalentierte Spielerin. Wie diese vier sich die zwei zur Verfügung stehenden Plätze im Mittelblock aufteilen werden, können wohl nur die Trainings- und Spielleistungen entscheiden. Eine ganz ähnliche Situation ergibt sich auf der traditionell umkämpften Annahme-Außen Position. Hier stehen nach dem USA-Abgang von Angriffsspezialistin Lena Vedder mit Katharina Schulte-Schmale und Nicole Freiburg zwei ausgebuffte, erfahrene Spielrinnen für mehr Spielanteile bereit. Aber auch Ihnen werden Leonie Hoffmann und Rückkehrerin Lisa Baumeister das Feld sicher nicht kampflos überlassen. Chefin in Annahme und Abwehr wird ebenfalls ein bekanntes Gesicht: Lisa Hennecke wird auch im kommenden Jahr das Libera-Trikot des RC Sorpesee überstreifen und in bewährter Manier keinen Ball verloren geben.

In Summe also viele bekannte Gesichter und auch einige Neuzugänge, die sich da gemeinsam mit den Fans auf die kommende Saison freuen. Garantiert sind wieder viele spannende Ballwechsel, Satzausgänge und Spiele; genug Gründe Stimme und Handflächen bis zum Ende September in Form zu bringen. Für die Spielerinnen läuft die Vorbereitung seit einer gefühlten Ewigkeit auf Hochtouren und die Spannung steigt von Woche zu Woche!

 

 

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