Bitter erkämpfter Punkt

Nach dem Spiel waren sich die Trainer beider Lager ziemlich schnell einig, was der bitterste Moment des Spieles besonders für den RCS gewesen sein mag: Beim Stand von 9:6 für das Heimteam verdrehte sich die Top-Scorerin des RCS Kim Spreyer ohne Fremdeinwirkung das Knie und musste von RCS Physio Anne Schmitz behandelt werden. Aber auch in der Betrachtung des weiteren Spielgeschehens waren die Meinungen ziemlich nah beisammen. Ein intensives, rassiges Spiel mit vielen tollen Aktionen. Kurzum: Werbung für den Volleyball!

Vielleicht wäre an diesem Abend im Schulzentrum Sundern sogar noch ein Tack mehr drin gewesen, kann man nachher mit Blick auf einen fulminanten zweiten Satz in Überlänge sagen. In Summe hätte es aber schon einer der Satzbälle in diesem sehr kämpferisch geführten Durchgang sein müssen, um auf 2:0 zu stellen und dem Sieg früher im Spiel einen Schritt näher zu kommen.

In Durchgang 1 fand das Team von Headcoach Julian Schallow gut ins Match. Für den RC, der bereits sein drittes Spiel in der Saison bestritt, war es nahezu Routine auf dem Feld zu stehen. Anders bei den Kölnern, für die es Auftritt Nummer 1 war. Die Saisonerfahrung nutze der Gastgeber aus dem Sauerland trotz des bitteren Moments im ersten Drittel des Satzes aus. Immer wieder konnte das Team, angepeitscht von der #blauenwand punkten und so den ersten Satz für sich entscheiden, wenn auch erst in der „kleinen“ Verlängerung.

Dass es neben der „kleinen“ auch noch eine „große“ Verlängerung im Volleyball gibt, stellten die beiden Teams in Durchgang 2 klar. Einem Punkt auf der einen Seite folgte ein Zähler auf der anderen. Und so entwickelte sich ein Top-Spiel im Schulzentrum Sundern, das an Spannung nicht zu überbieten war. Nein, nicht bei 25 endete der Satz, sondern erst bei 33! Ja, genau: 33:31 für Köln – Satzausgleich.

Diesen mentalen Vorteil nutze die Mannschaft von Jimmy Czimek auch in Satz 3. Hier zeigte Köln, dass es einmal mehr zu den Top-Favoriten der Liga gehört. Ein ums andere Mal nämlich schmetterten die Mädels vom Rhein die Bälle auf die Seite der HSK-Truppe – mit Erfolg. Der erste Punkt des Spiels ging an Köln.

Doch die #blauewand wollte mehr, hatte Kraft für einen langen Volleyballabend – und das Team in schwarz sollte ihnen diesen Wunsch erfüllen. Immer wieder angeführt von der späteren besten Spielerin auf RC-Seite, Nicole Freiburg, gelang es wieder besser ins Match zu finden und auf Augenhöhe zu fighten. Und als auch Bonnie Bastert und Laura Kemper ihre Angriffspower zielgerichtet einsetzten, war ein erfolgreiches Ende des Satzes gegeben.

Tie-Break. Wieder einmal. Nach dem knappen 2:3 in der vorherigen Woche gegen Köln, sollte auch an diesem Abend der 5. Satz die Entscheidung über Sieg und Niederlage, 2 oder 1 Punkt für die Tabelle, bringen. Schnell gelang es der DSHS, sich Punkt um Punkt vom RCS abzusetzen. Schon beim Seitenwechsel war der Vorsprung komfortable. Und sollte auch nicht mehr abgegeben werden. 15:8 hieß es am Ende.

„Das war ein extrem intensives Spiel“, gab MVP Freiburg später zu Protokoll. „Wir haben nie aufgehört zu kämpfen und alles in die Waagschale geworfen. Das war sicher auch ein Gruß an Kim, bei der wir hoffen, dass es nicht allzu schlimm ist“, so die Elternzeit-Rückkehrerin.

Das nächste Spiel des RC Sorpesee findet dann am 25.9. gegen den BBSC Berlin statt.

Fotos: Ralf Litera

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