Wir lieben die Stürme, die brausende Weser…

Kennen Sie Zeljko Jeremic? Nein? Macht nichts, denn Sie waren ja nicht dabei, bei der Wanderfahrt auf der Weser. Aber der Reihe nach…
Mit der bewährten „Walter Spielkamp“ fuhren fünf Ruderer des RC Sorpesee nach Hann. Münden, um eine Wanderfahrt auf der Weser zu beginnen. Zuerst stand jedoch ein Stadtbummel auf den Spuren von Dr. Eisenbart auf dem Programm. Den ersten Blick auf den Fluss, der uns die nächsten beiden Tage begleiten sollte, hatten wir vom Weserstein aus. Blauer Himmel, weiße Wolken, zügige Strömung – es sah so vielversprechend aus, wie es dann auch wurde.
Mit wenigen Handgriffen war die „Spielkamp“ ruderfertig und die Strömung brachte uns gut voran. Unterwegs schauten wir zu, wie der Wind mit den Wolken spielte, während ein Trödelmarkt, Kühe und Schafe das Ufer säumten. Den obligatorischen Regenschauer verbrachten wir, wie es sich gehört, im Gasthaus bei Kaffee und Kuchen. Gut gestärkt nahmen wir das nächste Stück der Weser in Angriff. An den allerorts vorhandenen Steganlagen übten wir mehr oder weniger erfolgreich das Anlegen, um weitere kleine Pausen zu machen. Im Verlauf des späten Nachmittags wurde das Spiel des Windes stärker, so dass wir unsere Tagesetappe beendeten.
Vor dem Start der zweiten Tagesetappe besuchten wir den Weser-Skywalk. Von dort bietet sich eine großartige Aussicht über das Wesertal zwischen Bad Karlshafen und Beverungen. Wir konnten von der Aussichtsplattform sogar die Zug-spitze sehen, die gerade auf dem Bahngleis vorbeifuhr.
Auf dem zweiten Teilstück begleitete uns bestes Ruderwetter: Sonne, blauer Himmel und weiße Wolken. Natur und Kultur bietet hier der Weserstrom. Karl der Große hatte hier sein Heerlager (Herstelle) aufgeschlagen, Annette von Droste-Hülshoff wohnte beim Verwandtenbesuch hier in einem Turm (Wehrden), Landgraf Karl von Hessen-Kassel gab Hugenotten eine neue Heimat (Bad Karlshafen). Die Hannoverschen Klippen sind eine mächtige Felsformation (mit dem Skywalk), die Weserorte zeigen hübsche bunte Fachwerkhäuser und wir wissen jetzt, was ein Umlaufberg ist und was das für die Bewohner der Gegend bedeutet. Besonders sehenswert war die Flusslandschaft bei Fürstenberg. Hoch über der Weser erhebt sich das weiße Schloss, das grell in der Sonne strahlte und sich malerisch vom Grün des Waldes und dem Blau-Weiß des Himmels abhob. Allein dieses Bild lohnt einen Besuch an der Weser.
In Höxter, der Stadt mit dem neuen Weltkulturerbe, beendeten wir im strahlenden Sonnenschein unsere Wanderfahrt. Die Teilnehmer waren sich einig, dass wir gerne noch bis zum Sonnenuntergang weitergerudert hätten, aber das Boot musste wieder nach Langscheid gebracht werden. Auf dem Rückweg führen wir dann in den Regen hinein, den wir zwei Tage lang überhaupt nicht vermisst hatten.
Mit vielen schönen und angenehmen Bildern und Erinnerungen legten wir die frisch geputzte „Walter Spielkamp“ wieder zurück ins Bootshaus am Sorpesee.

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