Eindrücke von den europäischen Hochschulmeisterschaften in Moskau

Sebastian Papenkort vom RCS fuhr mit dem Team RWTH-Achter nach Moskau um dort an den EUC teilzunehmen.

Bei den EUC, den europäischen Hochschulmeisterschaften erreicht der Ruderachter der RWTH Aachen das Finale und damit die Teilnahme am Golden Boat Race durch die Moskauer Innenstadt. Der Saisonhöhepunkt wurde dort mit einem dritten Platz beendet.

Als amtierender Deutscher Hochschulmeister war der RWTH-Achter vom Deutschen Hochschulsportverband für die EUC nominiert. Bei optimalen Bedingungen auf der Moskauer 2000-Meter-Olympiaregattastrecke von 1980 hätte man durch einen Vorlaufsieg am Mittwoch direkt das Finale erreichen können. Die späteren europäischen Hochschulmeister aus St. Petersburg waren jedoch auch im Vorlauf nicht aufzuhalten und so musste man Donnerstag im Hoffnungslauf unter die ersten vier Plätze rudern um sich die Finalteilnahme und damit die Teilnahme am Golden Boat Race, dem großen Moskauer Langstreckenrennen über 7,5 km zu sichern. Mit dem zweiten Platz nach einem optimalen Rennen gelang dies überzeugend, nur das Boot aus Polen zog bei der 1500-Meter-Marke noch am Aachener Achter vorbei. Wie erwartet hätte es am Finaltag ein perfektes Rennen werden müssen um eine Medaille zu erreichen. Erschwert wurden die Bedingungen zusätzlich durch einen krankheitsbedingten Wechsel im RWTH-Achter. Mit dem erreichten fünften Platz war man daher nicht unglücklich, wusste man doch dass am nächsten Tag noch ein hartes Rennen warten würde. Die Atmosphäre an der Regattastrecke und das spannende Langstreckenrennen begeisterte dann am Samstag noch einmal alle Ruderinteressierten in der Moskauer Innenstadt. Die Aachener Studenten spielten ihre geplante Taktik voll aus, nach einem überragenden Start setzten sie sich bis zur 2km-Marke vor die anderen Boote aus Cambridge, Nottingham, Amsterdam, Polen, Russland, Neuseeland, Estland und Italien. Damit konnte man sich in der anschließenden langen Kurve auf die Innenbahn legen und das Feld kontrollieren. Trotz Wind, Wellen und Schiffsverkehr konnte man die Führung lange verteidigen. Erst auf der breiten Zielgeraden musste man die Neuseeländer und die Esten noch vorbeiziehen lassen. Damit war es ein erfolgreicher Saisonhöhepunkt für den Aachener Achter, der sich erst vor der Rudersaison zusammengefunden hatte. Weiterlesen für weitere Eindrücke und Bilder…


Neben den Wettkämpfen nutzten die Aachener die knappe Freizeit für Touren durch Russlands Hauptstadt. Neben dem Kreml und der Innenstadt wurde auch die imposante Universität besucht – eine
beeindruckende Innenstadt. Doch das Verkehrschaos auf Moskaus Straßen verlangte den Ruderern starke Nerven ab: Die 11km-Busfahrt von der Regattastrecke zum Hotel dauerte teilweise fast 2 Stunden. Das ist jedoch Nichts im Gegensatz zu den Strapazen welche die Fahrer des Bootstransports, ebenfalls aus Aachen, auf sich nehmen mussten. Schon auf der Hinfahrt wurden sie 6 Stunden lang an der Grenze aufgehalten. Nach der Fähre von Travemünde nach Lettland mussten sie noch 32 Stunden im Auto sitzen. Auf der Rückfahrt, die schon am Freitag um 16 Uhr Ortszeit startete, wurde der Transport bis Montag nicht über die Grenze gelassen, weil ein Stempel an der falschen Stelle gemacht wurde (obwohl in Moskau extra jemand vom Zollamt den Transport abgenommen und die Papiere durchgesehen hatte). Damit war die für Sonntagmorgen gebuchte Fähre lange ohne die deutschen Boote unterwegs. Soviel zum Thema Bürokratie in Russland – einige der älteren Semester werden sich an ähnliche Szenen auf deutschem Boden vielleicht noch erinnern. Damit bleibt ein fader Beigeschmack nach einer ereignisreichen Woche, in der überwiegend freundliche „Genossen“ und sportbegeisterte Studenten aus vielen Nationen kennengelernt wurden.

 

Mario Friese, Florian Heessen (beide WSV Godesberg), Niklas Kell (RC Hamm), Jonas Wilke, Andreas Penkner (beide RC Undine Radolfzell), Stephan Nolden, Sven Götz (beide Neusser RV), Julian Zawilla, Steuermann Tobias Thöne (beide Duisburger RV), Christian Reckzügel (RRGM Mülheim) und Sebastian Papenkort (RC Sorpesee) gehen nun noch bei einigen Herbstregatten an den Start bevor es ins Wintertraining geht. Dann wird auch Steuermann Frederik Böhm wieder mit von der Partie sein, der bei den Ruderweltmeisterschaften in Bled im Zweier-mit-Steuermann den vierten Platz erreichte und deshalb auf den Start in Moskau verzichten musste.

Impressionen aus Moskau:

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