Ein Traum wird wahr: Jürgen Born finisht den IRONMAN auf Hawaii
Ein großer Traum, ein extrem harter Tag und ein unvergesslicher Zieleinlauf: Jürgen Born hat es geschafft! Gerade erst 70 Jahre alt geworden, stellte sich unser Ausdauersportler einer der größten Herausforderungen des Triathlons und finishte erfolgreich den IRONMAN auf Hawaii. Doch wer glaubt, dass allein die körperliche Fitness über Erfolg oder Misserfolg entscheidet, durfte durch Jürgen einmal mehr erfahren: Hawaii hat seine eigenen Gesetze!

Ein Tag, der schon vor dem Start alles abverlangte
Die Vorzeichen standen alles andere als günstig. Die ganze Nacht hatte es auf Hawaii kräftig geregnet, erst gegen 6 Uhr morgens ließ der Regen nach. Dazu kam ein sehr starker Wellengang, mit dem Jürgen beim Schwimmen ordentlich zu kämpfen hatte. Der Auftakt wurde damit bereits zur ersten großen Herausforderung des Tages.
Der Wechsel aufs Rad klappte anschließend problemlos. Allerdings hatte die nächtliche Feuchtigkeit auch vor der Technik nicht Halt gemacht: Jürgens Tacho hatte den Dauerregen nicht überstanden. Kurzerhand stellte er seine Garminuhr ein, um auf der anspruchsvollen Strecke zumindest die wichtigsten Daten im Blick zu behalten.
Die ersten 20 Kilometer waren bei nasser Fahrbahn zu absolvieren. Danach lief es zunächst besser, teilweise sogar mit Rückenwind. Doch die berüchtigten Bedingungen auf Hawaii ließen nicht lange auf sich warten.
180 Kilometer gegen Wind und Wetter
Besonders die rund 30 Kilometer lange Auffahrt in Richtung Hawi verlangte Jürgen alles ab. Starker Gegenwind und heftige Böen zwangen ihn, selbst im kleinsten Gang zu fahren. Bei mehr als 1.700 Höhenmetern auf der Radstrecke war ohnehin klar, dass diese Disziplin kein Spaziergang werden würde.
Nach dem Wendepunkt ging es zwar wieder zurück, doch die Abfahrt wurde durch die kräftigen Windböen gefährlich. Auf den letzten 60 Kilometern kämpften die Athleten rund 50 Kilometer lang mit Seiten- und Gegenwind.
Umso zufriedener war Jürgen mit seiner Radleistung. Trotz der widrigen Bedingungen brachte er die anspruchsvolle Strecke souverän hinter sich und erreichte den zweiten Wechsel.
Wenn der Marathon zur Willensprüfung wird
Beim Wechsel zum Laufen ließ sich Jürgen bewusst Zeit. Trockene Socken und Stulpen sollten für möglichst gute Voraussetzungen auf der Marathonstrecke sorgen. Doch schon nach den ersten Kilometern wurde deutlich, dass dieser Lauf ein echter Kampf werden würde.
Bereits auf der zwölf Kilometer langen Schleife durch Kailua musste Jürgen zweimal Gehpausen einlegen. Auch auf dem Highway wurde es nicht einfacher. Immer wieder wechselten sich Laufen und Gehen ab. Zeitweise war er so erschöpft, dass es schwerfiel, überhaupt noch geradeaus zu gehen.
An den Verpflegungsstellen nahm er sich deshalb die Zeit, die sein Körper dringend benötigte. Eis zur Kühlung, dazu Cola, Iso-Getränke, Wasser und Gels sollten helfen, die Kräfte zurückzubringen. Doch sobald Jürgen wieder anlief, machten seine Oberschenkelmuskeln häufig dicht.
Jetzt waren Kampfgeist, Geduld und mentale Stärke gefragt. Aufgeben war keine Option. Also hieß es: Zähne zusammenbeißen und weiterkämpfen!
Als Jürgen schließlich das Energy Lab (einsamer Wendepunkt und bei Sonne extreme Hitze) erreichte, war es bereits dunkel. Der Streckenabschnitt schien kein Ende nehmen zu wollen. Doch dann kam der Wendepunkt bei Kilometer 30 – und plötzlich änderte sich etwas.
Die letzten zwölf Kilometer: Der Kampfgeist siegt!
Auf den verbleibenden zwölf Kilometern zurück in Richtung Ziel wurde Jürgen tatsächlich immer stärker. Was zuvor nach einem endlosen Kampf ausgesehen hatte, entwickelte sich zu einem beeindruckenden Schlussspurt.
Mit kurzen Gehpausen an den Verpflegungsstellen konnte er nun wieder durchlaufen. Auf dem stockdunklen Highway war die Sicht äußerst eingeschränkt. Knicklichter an den Verpflegungsstellen halfen den Athleten bei der Orientierung.
Doch Jürgen fand seinen Rhythmus wieder. Kilometer für Kilometer lief es besser. Auf den letzten Kilometern erreichte er teilweise sogar ein Tempo von 5:30 Minuten pro Kilometer und konnte noch einmal einige Plätze gutmachen.
Was für eine Leistung nach einem derart kräftezehrenden Tag!
Ein Zieleinlauf, den man nie vergisst
Und dann war er endlich da: der Moment, für den sich all die Strapazen gelohnt hatten.
Jürgen Born hat seinen Traum verwirklicht und den IRONMAN auf Hawaii erfolgreich gefinisht
Der Zieleinlauf war für ihn unbeschreiblich. Nach Stunden voller körperlicher Belastung, Rückschläge und mentaler Herausforderungen durfte er erleben, was diesen Sport so besonders macht: das Gefühl, etwas geschafft zu haben, das man sich lange erträumt und hart erarbeitet hat.

Mit einer Zielzeit von 13:38:46 h wurde Jürgen 11. in der AK M70
Auch die Betreuung nach dem Zieleinlauf beeindruckte ihn nachhaltig. Jederzeit war jemand zur Stelle, der sich um die Athleten kümmerte und darauf achtete, dass es ihnen gut ging.
Doch selbst danach war der Tag noch nicht ganz vorbei. Das Fahrrad musste abgeholt werden, und natürlich setzte ausgerechnet jetzt erneut der Regen ein. Schließlich ging es zum Abholpunkt und gemeinsam mit drei weiteren Athleten auf der Ladefläche eines Pick-ups von Hannes Hawaii (Reiseanbieter) zurück ins Hotel. Auch das gehört zu Hawaii – hier läuft eben vieles ein wenig anders!
Eine Leistung, die Respekt verdient
Jürgens Geschichte zeigt eindrucksvoll, was Ausdauersport ausmacht. Es geht nicht nur um Trainingspläne, Wattzahlen, Laufgeschwindigkeiten oder Bestzeiten. Es geht darum, sich einer Herausforderung zu stellen, auch dann weiterzumachen, wenn der Körper an seine Grenzen kommt, und den Glauben an das eigene Ziel nicht zu verlieren.
Hawaii hat ihm nichts geschenkt. Im Gegenteil: Wind, Regen, Wellen und die gnadenlose Laufstrecke machten diesen Wettkampf zu einer echten Willensprüfung.

Lieber Jürgen, herzlichen Glückwunsch zu dieser grandiosen Leistung! Du hast eindrucksvoll bewiesen, dass man sich auch mit 70 Jahren große Ziele setzen und sie mit Leidenschaft, Ausdauer und eisernem Willen erreichen kann.
Wir ziehen den Hut vor dir und freuen uns, dass du dieses außergewöhnliche Erlebnis mit uns teilst und wünschen noch ein paar schöne Tage mit der Familie!

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