„Die neue, alte Außenangreiferin“ – Lena Vedder zurück beim RC Sorpesee

Nach einem knappen halben Jahr in den USA kehrte Lena Vedder kurz vor Weihnachten nach Deutschland zurück. In einem Interview spricht die junge Volleyballerin aus dem Hochsauerland über ihre Zeit in den USA, die Rückkehr nach Deutschland und ihre Pläne für die Zukunft.

Lena, du bist gerade einige Tage zurück aus den USA: Wie ist die Saison in den USA für dich verlaufen und was waren die wesentlichen Unterschiede im Vergleich zu Deutschland?

Da die Saison in den USA nur drei Monate dauert, sind diese Monate besonders intensiv. Jeden Tag in der Woche außer sonntags sind zweieinhalb Stunden Balltraining auf dem Programm, dazu zweimal die Woche noch eine Stunde Krafttraining nach dem Balltraining. Wettkämpfe gibt es in der Regel zweimal die Woche, meistens freitags und samstags. Bei Auswärtsspielen muss man, bedingt durch die langen Entfernungen zu den Spielorten, schon donnerstags in den Flieger oder Bus. Zwischenzeitlich hatten wir auch mittwochs Spiele gegen Gegner, die ebenfalls aus Rhode Island, unserer Heimatregion kommen. Das waren keine regulären Ligaspiele, sondern es ging um den Titel „Beste Mannschaft im Staat“. Unsere Saison selbst ist relativ gut verlaufen. Wir haben unser erstes Ziel erreicht und am „Atlantic 10 Championship“ Turnier, für das sich die ersten sechs Teams der Liga qualifizieren, teilgenommen. Dort ist es jedoch nicht wirklich gut für uns ausgegangen, schon in der ersten Runde sind wir leider ausgeschieden.
Wesentliche Unterschiede zum Volleyball in Deutschland gab es besonders in den Spielregeln. Spielt man auf seiner Seite an die Decke, darf weiter gespielt werden. Die Libera darf aufschlagen und ein Team hat 12 Wechselmöglichkeiten, nicht nur 6 so wie in Deutschland. Durch die vielen möglichen Wechsel, werden Spieler sehr spezialisiert für einen Bereich Angriff oder Annahme/Abwehr eingesetzt. Es kommt nicht oft vor, abgesehen von der Zuspielerin vielleicht, dass Spielerinnen komplette 6 Rotationen durchspielen.

Du hast dich entschlossen nach dem Ende der Saison in den USA nicht dorthin zurückzukehren, sondern in Deutschland zu bleiben, was waren die Gründe für deine Entscheidung?

Alles in allem war es nicht ganz das Richtige für mich dort. Ich habe zwar viele total nette Leute kennengelernt, tolle Freundschaften geknüpft und viele neue Erfahrungen gesammelt, jedoch habe ich auch gemerkt, dass ich nicht der Typ dafür bin, so weit weg von Allem hier zu sein. In Summe möchte ich die letzten Monate aber nicht missen wollen und denke immer noch, dass es die richtige Entscheidung war den Schritt zu machen und es auszuprobieren.

Wie haben deine Mannschaftskolleginnen und Trainer in den USA deine Entscheidung aufgenommen, nur diese eine Saison für Rhode Island zu spielen?

Ich habe viel mit allen darüber gesprochen, vor allem auch mit den Mädels aus meiner Mannschaft. Da wir viel Zeit miteinander verbracht haben, sind wir sehr enge Freunde geworden. Natürlich war keiner begeistert von meinem Plan, aber im Endeffekt haben es doch alle verstanden und mir nur das Beste für die Zukunft gewünscht. Beim Abschied sind natürlich einige Tränen geflossen, da ich die Mädels schon echt ins Herz geschlossen habe. Wir planen aber schon jetzt ein Wiedersehen!

Wie war die Rückkehr nach Deutschland für dich, hast du schnell Anschluss finden können in deinem alten Umfeld?

Es war unglaublich schön! Mit meiner Familie und Freunden war alles so als wäre ich nie weggewesen. Es war also überhaupt kein Problem für mich wieder Anschluss zu finden. Natürlich habe ich es mir nicht nehmen lassen nach meiner ca. 12-stündigen Reise und mehr als 24 Stunden ohne zu schlafen, kurz Mittag zu essen und dann direkt zum U20 Spieltag zu fahren. Das Gefühl als ich in die Halle kam und meine Mannschaft auf mich zu gestürmt ist, war einfach nur unbeschreiblich. Es war so schön alle wieder zu sehen, in den Arm zu nehmen und wieder mit ihnen auf dem Feld zu stehen. Genauso wenig kann ich es abwarten, das erste Spiel mit der ersten Damenmannschaft zu spielen, vor allem beim erste Heimspiel des neuen Jahres mit dem heimischen Publikum im Rücken aufzulaufen.

 Wie ist es dir in den ersten Trainingseinheiten in der alten Heimat ergangen und was hast du dir für deine Zukunft hier vorgenommen?

Ich musste mich natürlich erst einmal wieder in ein paar Punkten umgewöhnen, wie z.B. an die höhere Intensität der Trainingseinheiten. Außerdem habe ich in den USA Diagonal gespielt und nicht Annahme-Außen, was jetzt auch wieder eine Umstellung und viel Training und Übung bedeutet. Vollgas geben ist also angesagt!

 

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