Turnierteilnahme unserer Volleyballjugend am internationalen Turnier in Kalmthout/Belgien

„Wenn einer eine Reise tut…/Reisen bildet!“
Aufgrund dieser Überlegungen lud RCS-Coach Martin Barthel hochmotivierte Spielerinnen unserer Jugendabteilung zu einem zweitägigen Turnier nach Belgien ein. Insgesamt 10 Mädchen gesellten sich zu dem Staff, bestehend aus den Coaches Tom und Martin Barthel und dem Delegationsschiedsrichter Kent Barthel.
„Wir wollten den Mädchen neue und sportlich inspirierende Eindrücke im europäischen Volleyball verschaffen. Zudem wollten wir ein wenig aus unserer Komfortzone heraus.“, so Delegationsleiter Barthel.

Wir übernachteten in Zelten in der Nähe eines Vereinsheimes.
Am Mittwoch, dem 25.05. ging es direkt nach Schulschluss um 16.00 Uhr und zwei Bullis in die belgische Kleinstadt nördlich von Antwerpen. Staugeplagt erreichten wir unser Ziel am späten Abend, wo wir es mit den ersten Ausbrüchen aus der Komfortzone zu tun hatten. Die Zelte sollten vor der Dunkelheit aufgestellt werden, aber die angepeilte „Frituur“ wollte in 15 min schließen. Einer unser Gastgeber erklärte sich bereit die belgischen „Fritten“ zu holen, sodass wir weiter mit den Zelten kämpfen konnten. Kurze Essenspause, weiter einrichten, alles klar? Nein leider nicht, bei einem der Zelte hatten wir das Gestänge nicht eingepackt….
Also nächste Improvisationsrunde – umverteilen der Schlafplätze für die maximale Auslastung der Iglus – war kuschelig, aber so rückt man als Mannschaft weiter zusammen. Nachdem noch leichter Nieselregen einsetzte und die letzten Auseinandersetzungen mit widerwilligen Luftmatratzen ausgefochten waren, war es Zeit sich in die Schlafsäcke zu legen. Nur eine unserer Damen hat etwas gefroren – „Hattest du denn keinen Schlafsack mit?“ – „Doch, aber ich habe mich nicht hineingelegt…“
Am nächsten Morgen organisierte der Veranstalter ein Frühstück und wir teilten uns auf. Die U13 mit Fritzi, Jule, Nora und Sara spielte in Kalmthout, die U 15 mit Pauli, Lilly, Defne, Lena, Ida und Doresa spielte im 20 min entfernten Loenhout.
Einen grandiosen ersten Tag lieferten unsere U13-Girls ab: Die Gegner VC Herk-de-Stad, Fixit Volley Kalmthout, Delhaize Herenthout  und VC Heist wurden allesamt dominiert. Besonders bemerkenswert das Endspiel: Während der Aufwärmphase verletzte sich die bis dahin bärenstarke Frieda (Fritzi) Bürger. Ein blockiertes Knie machte einen Einsatz unmöglich. Da in Belgien der U13-Wettbewerb mit 4:4 gespielt wird, fehlte also eine Spielerin in der Mannschaftsliste, damit ist nach den internationalen Regeln eine Partie als verloren zu werten – ein Umstand, auf den der gegnerische Trainer auch unmittelbar hinwies. Aufgrund des absolut sportlichen und sympathischen Auftretens des Teams von Tom Barthel entschied sich der Veranstalter das Endspiel auch mit drei Sorpeseer Mädchen stattfinden zu lassen – und diese drei Löwinnen Nora, Jule und Sara schafften etwas Unglaubliches – sie schlugen den Gegner zu dritt! Eine Wahnsinnsleistung!!!
Ganz aber konnte der gegnerische Trainer sich damit nicht abfinden, intervenierte weiter bei der Turnierleitung und erhielt aus formalen Gründen (s.o.) die Auszeichnung des Turniersiegers. Dann aber geschah etwas Beispielhaftes, das deutlich machte, dass der Sportsgeist immer noch existiert. Die Spielerinnen unseres Gegners und deren Eltern kamen zu unserem Team und überreichten die Auszeichnung des  Erstplatzierten, weil es so gerecht war! Zudem wurde Frieda Bürger aufgrund ihrer Leistungen bis zur Verletzung noch absolut verdient zum MVP gewählt. Glückwunsch an alle!
Die U15 sollte am Donnerstag eine Orientierungsrunde spielen, das endgültige Turnierschema sollte am Freitag angewendet werden. So konnten unsere Mädels ihre Gegnerinnen Mavo Dilsen, Aliso Almere, DVO (Rotterdam) und Fixit Kalmthout dominieren und sich dabei spürbar von Spiel zu Spiel steigern. Lediglich im letzten Spiel des Tages setzte es eine knappe Niederlage gegen den RTC (Regional Training Centrum) Noord, den nationalen Stützpunkt des Niederländischen Volleyball Bunds aus Groningen.

Der erste Turniertag war beschlossen, wir waren zum gemeinsamen Essen aller Turnierteilnehmer aller Altersklassen geladen. Nachdem über 250 junge Volleyballerinnen und Volleyballer am Barbecue versorgt worden waren, startete des „Verbroederingsfeest“. Hier waren unsere Ladys zunächst noch etwas zurückhaltend, um die Lage abzuchecken. Als sie aber mitbekamen, dass der DJ auch auf ihre Wünsche einging, war mit „Cotton Eye Joe“ und „Ich fühl mich Disco“ kein Halten mehr.

Dann ging es zurück in die kuscheligen Schlafsäcke, denn am nächsten Morgen mussten wir früh aus den Federn. Aufstehen um 06.00, die nassen Zelte zusammenpacken, frühstücken und ab in die Sporthalle. Dort sollte eine Dreierrunde der bis dahin besten Teams die Finalteilnehmer ermitteln. Direkt am Anfang ging es wieder gegen unsere niederländischen Freunde vom Stützpunkt, die durch ihr durchaus selbstbewusstes Verhalten für zusätzliche Motivation bei uns sorgte, zumal wir jetzt verstärkt durch die U 13 an den Start gehen konnten.
Top Spiel – die sieggewohnten Groningerinnen in zwei Sätzen zu 13 und zu 21 dominiert – so macht Volleyball Spaß. Im zweiten Spiel gegen die Mädels aus Rotterdam taten wir uns schwer, gewannen aber in zwei Sätzen, sodass wir es im Finale wiederum mit dem Team des RTC Noord zu tun bekommen sollten.
Hier legte das Stützpunkt-Team auch los wie die Feuerwehr. Durch einen immensen Aufschlagdruck lagen wir kurz nach Anpfiff schon mit 2:8 hinten. Aber die RCS-Girls hatten sich daran gewöhnt aus der Komfortzone zu treten, mit unbändigem Kampfgeist und Einsatzwillen konnten wir diesen körperlich so starken Gegner erst ein- und dann überholen! Turniersieg!!

Bei der Siegerehrung gab es noch eine freudige Überraschung. Sara Zimmer wurde zur MVP gewählt – damit haben wir in diesen Altersklassen alles abgeräumt, was möglich war. Am Ende bedanken wir uns bei Yvonne und Kirsten, die uns aus Belgien abgeholt haben.
Aber nicht nur der sportliche Erfolg wird entscheidend sein. Wir sind als Team gewachsen, jede Spielerin hat sich weiterentwickelt, weil weiteres Selbstvertrauen hinzugekommen ist:
So freuen wir uns jetzt schon auf die neue Saison.
Für den RCS in Belgien:
Ida Buchholzki, Lena Barthel, Jule Bolte, Defne Karatas, Pauline Emig, Doras Bajaj, Lilly Schulte, Sara Zimmer, Nora Asolli, Frieda Bürger
Kent Barthel verschaffte sich Respekt als umsichtiger „deutscher „Scheids“ (Schiedsrichter).
Tom und Martin coachten, sprachen Mut zu und halfen mit Kent direkt, wenn eine Spielerin etwas lost vor ihrem Zelt stand (Zeltheringe haben nichts mit Fisch zu tun).
So kann es weitergehen!!
Fotos: RCS
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