Historie

Einige trainingsfleißige und ehrgeizige junge Ruderer führten ein großes Wort, worüber sich mancher der etwas älteren Ruderer aufregte. So wurde schließlich eine Wettfahrt auf dem Sorpesee vom Bootshaus über die benachbarte Bucht vereinbart, wo die Älteren den Jungen zeigen wollten, wer hier wo steht beziehungsweise umgekehrt. Zu den ehrgeizigen jungen Leuten gehörten Wilfried Günther, Peter Baumeister, Jörg Dahme und Friedjof Behrend. Ihnen wurde heimlich eine Büchse mit Löchern ans Boot gehängt, ein Handicap erster Güte. So kämpften denn die jungen Ruderer einen verzweifelten Kampf über die nächste Bucht, verausgabten sich fast bis zum Herzstillstand, und konnten doch nicht gewinnen. Zum großen Gaudi von Helmut Wortmann, Gerhard Thiele, Gerhard Baumeister und Adolf Lübke standen den Verlierern die Tränen in den Augen, einige warfen wütend die Pletten aufs Ufer und wollten gar die Karriere beenden…

Am 13.08.1965 wird ein Bootswagen vom RV Münster gebraucht erworben und ins Inventarverzeichnis eingetragen. Bis dahin wurden die Boote beim Besuch der Regatten auf dem umgerüsteten Segelfluganhänger transportiert, den man vom Flugplatz Seidfeld gelegentlich ausleihen konnte. Der Bootswagen wurde von Hermann Albus und Helmut Wortmann der Einfachheit halber auf einen LKW gehoben, zur Sicherheit wurde eine Taschenlampe hintendran gehängt. In Hachen wären sie dann beinahe noch von der Polizei geschnappt worden.

1966 meldete man 76 zahlende Mitglieder an den LSB. In dieses Jahr fällt das 10jährige Bestehen des Vereins und der Umzug in ein eigenes Bootshaus, das Bootshaus am Strandbad („nicht bewohnt“). Dieses Bootshaus wurde von der Gemeinde Langscheid im Zuge der völligen Neugestaltung des Strandbades errichtet. Ein Bootsschuppen auf der Wiese unterhalb des Standortes des heutigen Bootshauses wurde abgerissen, die Bretter in einer Nacht- und Nebelaktion gerettet und zum Bau des ersten eigenen Steges verwendet. Der Bau dieses neuen Bootshauses war notwendig geworden, weil die Gemeinde Langscheid anderenfalls bestimmte Zuschüsse aus der Lotto-Toto-Kasse des Landes nicht erhalten hätte. Eine Auflage dabei war, dass es nicht ein Segelclubheim werden durfte, sondern ein Bootshaus für eine andere Wassersportgattung sein musste. Welch ein Glück für den RKCS! Die Holzverkleidung der Bootshalle innen wurde übrigens von den Ruderern nachträglich selbst angebracht. Das Material bezogen sie aus der alten Dorfschule, die auf dem heutigen Dorfplatz in Langscheid stand und abgerissen wurde. Es handelte sich um die Bodenbretter der Klassenräume.

Das 10jährige Vereinsjubiläum wurde dann in Verbindung mit dem Umzug und dem Abrudern, einer Bootstaufe und einem Ruderball begangen. In Eigenarbeit wurde später der Vorplatz mit Verbundsteinen ausgelegt, ein Rosenbeet und eine kleine Liegewiese mit Sandkasten und Spielhäuschen angelegt. Das Bootshaus im Strandbad wurde dadurch zum familienfreundlichen Zentrum sportlicher und geselliger Vereinsaktivitäten.

Sportliche Höhepunkte dieses Jahres waren erfolgreiche Regattabesuche zum Beispiel in Minden und in Essen. In Minden wurde zum ersten Mal ein Achterrennen bestritten. “ Die Sorpesee-Mannschaft mit Jortzick, Pötter, Thiele, Baumeister, Bärwind, Günther, Lübke, Peter Baumeister und Steuermann Josef Kurz belegte einen nie erwarteten 2.Platz hinter einer sehr starken Mannschaft der Lübecker Rudergesellschaft.“ berichtete die Westfälische Rundschau anschließend. In Wetter starteten ebenfalls erfolgreich Helmut Wortmann, Adolf Lübke, Wilfried Günther, Max Hoffmann und Steuermann Erhard Langanke, genannt Olli, der jetzt in Südafrika lebt, im Vierer.

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