Hamburg sticht Sorpesee aus

Irgendwie passte das Wetter im Sauerland zum Spiel des RC Sorpesee und dem Gesamtrahmen. Nicht nur vom Himmel prasselten Tropfen auf das Dach der Sporthalle im Schulzentrum. Auch nach Abpfiff gab es feuchte Augen.

Doch zunächst zum Sportlichen: Hier gelang es dem Gastgeber um Spielführerin Vanessa Vornweg nach verhaltenem Start, bis zum Ende des ersten Drittels von Durchgang 1 etwas besser ins Spiel zu finden. Ein zunächst deutlicher Vorsprung der Gäste aus der Hansestadt konnte leicht verkürzt werden. Doch spätestens nach der 2. technischen Auszeit spielte der ETV – nicht zuletzt immer wieder durch die spätere MVP Saskia Radzuweit – auf und punktete nach und nach. Dem hielt der RC nicht stand. Folgerichtig ging der Satz deutlich an die Gäste. Im zweiten Satz aber blühte das volleyballerische Können der Sauerländerinnen wieder auf. Deutlich gesteigert im Aufschlag und kämpferischer war dieser Durchgang fast bis zum Ende ein offener Fight mit spektakulären Ballwechseln – oft mit dem besseren Ende für den Gastgeber. Doch all dies sollte einen Satzgewinn nicht nach sich ziehen. Denn insbesondere zu Satzende passierten der HSK-Truppe leichte Fehler, unter anderem zwei Aufschlagfehler. Dies nutzen die Norddeutschen eiskalt aus und machten den Sack zu. 2:0.

In Satz 3 ging dann leider nicht mehr viel beim Ruderclub. Anfangs – bis zur ersten Technischen Auszeit – konnte die junge Truppe mit MVP Kim Spreyer ein ums andere Mal punkten. Doch ein Aufschlagfeuerwerk von Hamburgs Larissa Claaßen brach die sauerländer Gegenwehr. 11:25. Eine bittere Niederlage war besiegelt.

„Es war eine äußerst wechselreiche Saison. Wir haben in etlichen Spielen und Sätzen gezeigt, dass wir sportlich eine ordentliche Entwicklung genommen haben. Aber wir müssen daran arbeiten, konstanter zu werden. Der Aufgabe stellen wir uns“, befand Headcoach Julian Schallow nach dem Ende von Spiel Nummer 25.

Nach dem Spiel dann bekamen die Emotionen freien Lauf.

Johanna Voß, ein RCS-Urgestein, hatte bereits vor kurzem mitgeteilt, dass sie nach dieser Saison das RC-Trikot ablegen werde. Beruflich verschlägt es die Sunderanerin nach Köln. „Johanna hat viele Jahre – mit Unterbrechung – bei uns gespielt. Wir haben viele tolle Erlebnisse mit ihr und sind ihr unendlich dankbar für ihren Einsatz und ihr Mittun. Vor allem wünschen wir ihr ein gutes Fortkommen und freuen uns, wenn sie uns bald wieder beglückt“, befand Abteilungsleiter Tobias Kleffner. „Es war mein unbedingter Wunsch, mit meinen Mädels noch einmal in der 2. Liga aufzuschlagen. Beim ersten Aufstieg bin ich ja nach Amerika gegangen. Umso toller war das Jahr mit dem gesamten Team“, gab Johanna eine Liebeserklärung an ihre sportliche Heimat.

Und noch ein nahezu Urgestein wird in der kommenden Saison nicht mehr auf der Bank sitzen: Co-Trainer Linus Tepe wird – die VBL-Seite berichtete exklusiv – sich in der neuen Saison um das Teammanagement kümmern. Eine Entscheidung, die ihm nicht leicht fiel. „Mein Herz schlägt blau-weiß“, gesteht Tepe – ergänzt aber, dass dies nur im Volleyball gelte. Unendlich dankbar zeigte er sich für die Möglichkeit, so viele tolle Erlebnisse mit den Spielerinnen und dem Umfeld erlebt zu haben. Und natürlich mit seinem Chef und Freund Julian Schallow. „Wir haben echt viel durchgemacht. Es war mir stets ein Fest. Hier am Sorpesee wir ehrlicher Volleyballsport gearbeitet und gelebt. Das erlebt man nicht häufig“, gestand Tepe unter Tränen.

Fotos: Ralf Litera

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