Historie

Sorpesee-Achter

1967 wurden vom ARV Westfalen e.V. gebrauchte Boote gekauft, insgesamt für den Preis von 2100.- DM.
Das Training und die Ausbildung der Ruderer am Sorpesee fand auch Beachtung an höheren Stellen:
In einem Schreiben von Herrn Wallbaum aus Rheydt vom 17.1.1967 wird der Ruderkamerad Dieter Jortzick zu einem Auswahllehrgang eingeladen, der in Duisburg in der Ruderschule stattfinden soll. Der junge Ruderer fuhr daraufhin ein Jahr lang zu den Lehrgängen des Landesverbandes, fuhr Regatten für den Verband und wurde als begabtes Talent für die Nationalmannschaft gehandelt. Um in die absolute Spitze vorzudringen, wären der Vereinswechsel und der Umzug in die Nähe des Leistungszentrums notwendig geworden. Zu diesem Schritt konnte sich Dieter Jortzick nicht entscheiden. Er blieb seinem Verein treu, rudert heute noch als einer der ganz aktiven „Alten Herren“ auf dem Sorpesee.

Anders entschied sich ein weiteres Talent des RKCS, Friedel Schlecht. Er gewann das erste Einerrennen in Bad Ems für den verein. Später wagte er den Schritt aus dem Dorf heraus und machte Karriere über Stationen beim RC Herdecke, Hansa Dortmund und den Leistungsstützpunkt Ruderclub am Baldeneysee in Essen. Er wurde mehrfach Deutscher Meister und gehörte zum legendären „Rebellenachter“ von Karl Adam. Er gewann viele nationale und internationale Regatten im Vierer und Achter und nahm an den Weltmeisterschaften 1974 in Luzern teil.

1968 wurde eine Satzungsänderung beschlossen: Der Name des Vereins wurde in Ruderclub Sorpesee 1956 e.V. geändert. Es hatten sich die Ruderer durchgesetzt, eine Abteilung Kanu existierte nicht.

Bootstaufe in den 70er Jahren

Anfang der 70er Jahre wurde angeschafft. In das Inventarverzeichnis eingetragen wurden eine Stereoanlage, ein Renndoppelzweier, ein Rennvierer und sogar ein Rennachter , erworben von der Bootswerft Pirsch in Berlin. Dafür wurden über 20000.-DM aufgebracht. Zum Kauf flogen zwei Ruderkameraden für den auch für damalige Verhältnisse sensationellen Preis von 20.-DM dorthin mit dem Flugzeug. Die Flüge waren in den Zeiten des Kalten Krieges vom Senat und dem Verband finanziell unterstützt worden.

In das Jahr 1970 fällt ein besonderer Erfolg der Vereinsgeschichte: Ein Riemenvierer mit Alois Steinberg, Ulrich Vogt, Albert Werthschulte, Hermann Weische und Steuermann Gerd Loerwald wurde Sieger bei den Landesmeisterschaften der Schulen, der gläserne Pokal steht noch heute an einem Ehrenplatz im Bootshaus. Im gleichen Jahr belegte dieses Boot bei den Deutschen Jugendmeisterschaften in der A-Jugend den 3.Platz. Gerd Loerwald brachte noch nicht das erforderliche Mindestgewicht auf, so dass ein Sandsack dazu ins Boot gelegt werden musste. Im Startbereich konnte er diesen nicht aus eigener Kraft dem Schiedsrichterteam vorzeigen…

1971 wurde Herr Walter Spielkamp zum 1.Vorsitzenden gewählt, 2.Vorsitzender wurde Herr Helmut Wortmann, Schriftführer wurde Herr Rolf Seigerschmidt und Kassenwart wurde Frau Regina Baumeister. Diese hat sich in der Folge jahrelang um die finanziellen Belange des Vereins gekümmert. Sie führte die Mitgliederlisten, sortierte und ordnete Rechnungen, Belege, Unterlagen zu den Ein- und Austritten. Erst fast 20 Jahre später gab sie die Kassenführung ab.

Zu Ruderwarten wurden gewählt Harald Paskowiak, Wilfried Günther und Gerhard Baumeister. Besonders die beiden letztgenannten haben viele Jahrgänge von Ruderinnen und Ruderern ausgebildet und standen den Sommer wie den Winter über zur Trainingsarbeit zur Verfügung. Zu Jugendwarten wählte man Rainer Weische und Werner Kaiser, Hauswart wurde Adolf Lübke. Über zehn Jahre kümmerte letzterer sich von da an um die Instandhaltung und Reinigung des Bootshauses. Erwähnenswert war der Regattaerfolg, den der RCS in Gelsenkirchen u.a. mit Leichtgewichtszweier Noll/Wisniewski errang.
Im Jahr 1973 wird der bisherige 2.Vorsitzende Helmut Wortmann zum 1.Vorsitzenden gewählt. Zum Stellvertreter wurde Herr Manfred Achenbach gewählt. Dieser trat dann jedoch ein halbes Jahr später wieder von seinem Amt zurück. Werner Baumeister übernahm den Posten des Schriftführers.

Im Januar 1974 wird wie alle Jahre für die Jahreshauptversammlung eingeladen. Da sie genau in die Zeit der Ölkrise fiel, findet man auf der Einladung den Hinweis, dass die Mitglieder Fahrgemeinschaften bilden mögen, da nur die Fahrzeuge mit den ungeraden Kennzeichen benutzt werden können.

Ein besonderes sportliches Ereignis war die Teilnahme an der französischen Regatta „20. Marathon International d Avaron“ der Alten Herren. Nach Bewältigen dieser Marathondistanz musste Abbo Lübke aus dem Boot auf die Bahre gehoben werden, so sehr hatte er sich verausgabt. Man erzählt sich, dass es ihm nach dem ersten Bier schlagartig besser ging….

Zur Erleichterung des Bootstransportes sollte ein Bootswagen gebaut werden. Diese rollenden „Böcke“ sind seitdem viel gebrauchte Transporthilfen, besonders bei Niedrigwasserstand. Als 1995 die Sorpe um 30 Millionen Kubikmeter abgelassen wurde, bauten sich die findigen Alten Herren eine Seilwinde mit Motor und hängten einen solchen Bootswagen mit einem Karabinerhaken daran – fertig war eine Ruderboot-Slipanlage.

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